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Westhavelländisches Ländchen

Das mosaikartige Nebeneinander von Hochflächen mit Inselcharakter und ausgedehnten Niederungszügen bestimmen den Charakter dieses Naturraumes. Die meist flachwelligen Inseln heben sich deutlich von den sie umgebenden Niederungen ab.

Auf den Sandern und Dünensanden befinden sich meist Kiefernwälder. Die reicheren Standorte der Ländchen werden als Äcker genutzt; die heute noch grundwasserfeuchten Niederungen als Grünland. Die ausgedehnten Niederungen sind Lebensraum seltener und vom Aussterben bedrohter Tier- und Pflanzenarten. Eines ihrer letzten Refugien im mitteleuropäischen Raum findet hier beispielsweise die Großtrappe. Spezielle Informationen zu dem größtem flugfähigen Vogel Europas erhalten Sie in der Staatlichen Vogelschutzwarte des Landes Brandenburg in Buckow bei Nennhausen. Der Bereich des Trappenschongebietes und des Naturschutzgebietes "Havelländisches Luch" zeichnet sich durch eine relativ weiträumige und ebene Struktur aus. Watvögel, wie der Große Brachvogel, die Bekassine oder auch der Kampfläufer, sind hier neben Kranichen und Greifvögeln zu finden.

Untere Havelniederung

Sie erstreckt sich von Süden nach Nordwesten in einem breiten Band entlang der Havel. Die Havel ist hier das dominierende Element.

Östlich der Kreisstadt Rathenow und am Gülper See finden sich breite Bereiche mit Talsanden, wie dies für die großen Flussniederungen in Brandenburg typisch ist. Die fast ebene Oberfläche wird durch Dünen, kleine Endmoränenhügel um Rathenow sowie durch kleinere und größere Becken und Rinnen belebt. Zum Teil sind sie bereits vermoort, zum Teil sind noch flache Restseen vorhanden.

Die über weite Gebiete geringe Besiedlung und das verzweigte Gewässersystem sind Grundlage für die reiche Ausstattung an Tier- und Pflanzenarten, die für naturnahe Flußauenkomplexe typisch sind. Die großen Wasservogelschutzgebiete in den Flußniederungen sind ein Zeugnis dafür. Diese Niederung gehört zu einem internationalen System von RAMSAR-Gebieten, das den Wat- und Wasservögeln auf ihren weiten Zügen gute Rastbedingungen sichern soll.

Das Ramsar-Gebiet "Untere Havel" umfaßt ca. 5800 Hektar naturnahe Niederung beiderseits der Havel. Neben der Havel und dem großen und flachen Gülper See prägen zahlreiche Gräben, Fließgewässer und Altarme der Havel sowie ausgedehnte Feuchtwiesen, unterbrochen von kargen Sandrücken, Gebüschen und Ufergehölzen diese Landschaft.

Hochwässer der Havel und ihrer Nebenflüsse sowie der Rückstau der nahen Elbe führen immer wieder zu großflächigen Überflutungen. Sie bestimmten die Entwicklung dieses bemerkenswerten Naturraumes.

Im Gebiet der unteren Havel sind für jeden Besucher großartige Naturbeobachtungen möglich, ohne die Natur zu beeinträchtigen. So können z. B. die Wasservogelscharen auf den Überschwemmungsflächen an vielen Stellen von den erhöht liegenden Straßen bzw. natürlichen Erhebungen aus, gut gedeckt hinter den Deichen stehend oder von Aussichtsständen, gut beobachtet werden.

Große Bereiche der Unteren Havelniederung, der Westhavelländischen Ländchen und Teile der Luchgebiete sind zum Naturpark "Westhavelland" erklärt worden.

Döberitzer Heide

Die Döberitzer Heide liegt zwischen den Siedlungen der Achse Berlin - Nauen und der Landeshauptstadt Potsdam. Dieser Landschaftsraum ist ein ca. 5000 ha großer zusammenhängender naturnaher Bereich, der sich südlich der Bundesstraße 5 erstreckt und von den Kommunen Dallgow-Döberitz, Seeburg, Groß Glienicke, Krampnitz, Fahrland, Kartzow, Priort und Elstal umschlossen wird.

Die Döberitzer Heide war von 1895 bis 1991 ununterbrochen Truppenübungsplatz. Durch die ca. 95 Jahre währende militärische Nutzung ist im Zusammenwirken mit anderen Standortfaktoren ein Mosaik von unterschiedlichen Landschaftsarten - Laubwald, Moore, Offenflächen, Feuchtgebiete, Wiesen und Weiden - entstanden. Sie bedingen auch die vorhandene Vielfalt an Pflanzen und Tierarten. Fast 700 Arten der Farn- und Blütenpflanzen und 45 Säugetierarten wurden bisher gezählt. Knapp 200 Vogelarten konnten beobachtet werden. Neben dem Erhalt der Döberitzer Heide in seiner jetzigen Form als sehr bedeutsamer Lebensraum für Pflanzen und Tiere besteht hier ein für die Bevölkerung in seiner Vielfalt, Eigenart und Schönheit wertvoller Erlebnis- und Erholungsraum. Der ehemalige Truppenübungsplatz Dallgow-Döberitz zählt damit zu den bedeutsamsten Naturräumen im engeren Verflechtungsraum Brandenburg-Berlin.

Deshalb bemühen sich die angrenzenden Kommunen, der Naturschutz Förderverein "Döberitzer Heide" e. V., der Landkreis und weitere Institutionen schon seit Jahren, Teile der Landschaft für Besucher zugänglich zu machen. Die Arbeiten hierzu müssen unter den schwierigen Bedingungen erfolgen, die sich aus der ehemaligen Nutzung als Truppenübungsplatz ergeben. Ein erstes Angebot an Wanderwegen kann bereits genutzt werden.

Nach der Übertragung der Flächen auf die Sielmann Naturlandschaft Döberitzer Heide gGmbH sollen ab Herbst 2005 beginnend in einem Schaugehege und später auf weiteren Flächen Wisente, Przewalskipferde und weitere Tierbestände für den Fortbestand der Offenlandschaften sorgen. Weitere Wanderwege sind vorgesehen.

Krämer Forst

Der Krämer Forst bildet als Regionalpark ein "grünes Dreieck" zwischen den von Berlin-Reinickendorf / Tegel und Berlin-Spandau ausgehenden Siedlungsachsen nach Nauen und nach Oranienburg. Er stellt das grüne Hinterland für die Erholungssuchenden aus den alten und neuen Wohngebieten in den Siedlungsachsen, aber auch aus der Metropole Berlin dar.

Die Dörfer auf dem Glien sind prägender Bestandteil des Regionalparks Krämer Forst. Neben individuellen Besonderheiten eines jeden Dorfes ist ihre kranzartige Reihung um den Krämer Forst am Rande der Hochfläche des Glien sowie im Übergang zu den Niederungen Rhinluch / Havelländisches Luch und Zehdenick-Spandauer Havelniederung eine markante Besonderheit der Landschaft.